
Vor einem Jahr trafen der Flashmob gegen das Tanzverbot und die kroatische Karfreitagsprozession aufeinander. Die Gläubigen fühlten sich in ihrer Religionsausübung eingeschränkt. Der Vorfall schlug Wellen. Ein Jahr später herrscht immer noch Verbitterung.
Tomislav Cunovic ist Anwalt und als solcher hat er quasi von Berufs wegen ein positivistisches Verhältnis zu geltendem Recht. „Gesetz ist Gesetz“, ist ein Satz, den der 35-Jährige wie ein Bekenntnis vor sich her trägt. Und wo Gesetze übertreten werden, muss die Justiz einschreiten. Vor einem Jahr war es aus Cunovics Sicht so weit. Am Karfreitag 2011 trafen Tanz-Flashmobber auf dem Frankfurter Römerberg auf eine Prozession der kroatisch-katholischen Gemeinde und störten diese durch Pfiffe und Pöbeleien.
Cunovic ist selbst kroatischer Abstammung und katholisch. Er erstattete Anzeige gegen die vermeintlichen Veranstalter: Die damalige Landtagsabgeordnete der Grünen, Sarah Sorge, und die beiden Vorsitzenden der Grünen Jugend, Ouasima Chami und Benjamin Weiß. „Es gibt ein Gesetz, einen Tatbestand, der passt, und keinen Grund, das Gesetz nicht anzuwenden“, sagt Cunovic. Daran hält er auch ein Jahr nach dem Vorfall fest.